Be Yourself – Oder die Kunst, die alte „Schlangenhaut“ abzuwerfen

Esalen

ESALEN…
Ein magischer Ort, den ich vor genau einem Jahr zum ersten Mal betreten und nicht auf die gleiche Weise wieder verlassen habe. Esalen Intitute erstreckt sich entlang eines Küstenabschnitts in Big Sur, Kalifornien. Es ist ein Ort mit einer langen Geschichte und unglaublicher Energie. Ich habe dort keinen Menschen getroffen, der nicht in den Bann dieses Ortes gezogen wurde -einem Bann von tiefen Selbstvertrauen, Herzenswärme und Natürlichkeit. Ein Ort, an dem man persönlich und im Miteinander wachsen kann. Ein Ort, der das Bewusstsein auf allen Ebenen erweitert. Ein Ort, der es einem ermöglicht, wie eine Schlange ihre außerste (Haut-)Schicht abzuwerfen und die darunter versteckte Schönheit zu zeigen.

Es war ein Meilenstein in meinem bisherigen Leben, der zu tiefer Erkenntnis geführt und mich verändert hat. Verändert ist vielleicht das falsche Wort, da es darum geht Stärken und Fähigkeiten ans Tageslicht zu bringen, die zuvor in einem verborgen waren -sich sozusagen zu entfalten. Das wertvolle für mich war, dass nicht nur ich einen Prozess drchlaufen habe, sondern genau diese „Entfaltung“ über einen Monat bei einer Gruppe von 12 Work-Scholars beobachten durfte. Sie alle haben am „Integral Leadership Program“ teilgenommen. Neben Arbeitsstunden auf dem Grundstück, hatten sie verschiedene Workshop-Einheiten zum Thema Personal Leadership, bei denen ich die Trainerin Nina Merrens unterstützt habe. Es ging darum sich selbst führen zu lernen, was bedeutet sich selbst zu reflektieren, alte Erlebnisse aufzuarbeiten, eine eigene Vision zu finden und all dies als Teil des eigenen Selbst anzunehmen, es nicht zu verdrängen und im Miteinander zum Ausdruck zu bringen. Es ist ein Prozess, der nicht immer leicht ist, doch das urteilsfreie Umfeld, die Kraft der Natur und der „Esalen Spirit“ unterstützen dabei.

Ich versuche hier meine wichtigsten Erkenntnisse aufzuzählen und zu beschreiben, wie sie meinen jetzigen Alltag beeinflussen.

  1. Die Sprache des Körpers zu nutzen: Wie jeder weiß, beeinfusst unsere Körpersprache auch unsere Mitmenschen und in Seminaren können wir lernen diese bewusst einzusetzen. Doch ich möchte einen Schritt weiter gehen: unsere Körpersprache ist Ausdruck unseres Selbst. Meist geschieht dies unterbewusst. Wie selten nehmen wir uns die Zeit in unseren Körper hinein zu spüren und das was da ist zum Ausdruck zu bringen. Und das ist tatsächlich wie ein innerer Frühjahrsputz! Innehalten – Spüren, was da ist – in Bewegung gehen – die alte  „Schlangenhaut“ abschüttel – wild Tanzen… Das gibt wahres Körper- und somit auch Selbstbewusstsein und öffnet für urteilsfreie Begegnungen.
  2. Urteilsfreie Begegnungen: Es war mir schon immer wichtig urteilsfrei und mit Neugierde auf andere Menschen zuzugehen. Doch gegenseitige Begegnungen, die von urteilsfreier Offenheit und Neugierde geprägt sind, sind selten. In Esalen darf jede/r in seiner Einzigartigkeit strahlen. Das war Balsam für die Seele! Doch ich wollte dieses Gefühl nicht von anderen abhängig machen und habe begonnen bewusst wahrzunehmen, wann ich mich aufgrund einer Bemerkung anfange zu rechtfertigen. Dies nicht zu tun, darauf hatte ich Einfluss! …und meine Begegnungen haben sich geändert!
  3. Verbundenheit mit der Natur: Aus der Natur können wir unglaubliche Kraft schöpfen, doch meist vergessen wir das in unserem Alltagsgewusel. Immer wieder die Füße auf dem Boden zu spüren, wenn man durch die Stadt hetzt, kann schon sehr hilfreich sein. Doch auch im Schweigen Bäume und Gewässer betrachten erdet einen und gibt neue Energie. Der Anblick des Sonnenuntergangs über dem Meer in Esalen war einzigartig und unvergesslich, sodass das Gesagte eines Freundes wahr wurde: „Diese Erinnerung wird dich noch lange nähren!“ Es lohnt sich einen solchen Kraftort für sich zu suchen und sich regelmäßig daran zu erinnern.
  4. Ohne Erwartungen: Der Satz „Wer viele Erwartungen hat, kann leicht enttäuscht werden“ wird Ihnen bekannt sein und trotzdem haben wir immer wieder Erwartungen an andere. Es ist eine wahre Befreiung, diese loszulassen und auch den Gedankenkreisel abzustellen, was andere wohl von einem erwarten würden und man deshalb am besten tun sollte, obwohl es sich nicht gut anfühlt. Dies geht auch damit einher Grenzen zu setzen, wo sie nötig sind. Eine weitere große Herausforderung ist auch noch die Erwartung nach Anerkennung loszulassen, sondern bedingungslos zu geben.
  5. Ich habe etwas zu geben: Ja, diese Erkenntnis war das Resultat aller einzelnen Erfahrungen. Ich hatte plötzliche eine innere Klarheit erlangt und wusste, dass meine Selbständigkeit der richtige Weg war. Ich wollte neben anderen Seminarschwerpunkten das weitergeben, was ich erfahren hatte. Somit ist mein Seminarkonzept zu Mindful Leadership und „Aufbruch zu mehr Leichtigkeit“ entstanden. Ein Seminar, das mir riesen Freude bereitet, für mich die Basis einer guten (Selbst-)Führung ist und mich immer wieder an die Zeit in Esalen erinnert.

Wenn ich mir dessen im Alltag immer wieder bewusst werde, mir die Zeit nehme innezuhalten, dann erlebe ich ein Gefühl von Gelassenheit, Zuversicht und Freude. Ich nehme wahr, dass ich konzentrierter arbeite, sich Fragen und Probleme schneller klären und am Ende des Tages mehr Energie übrig habe. Versuchen Sie es! Ich begleite Sie gerne auf diesem Weg.

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